Neue CDRterra-Synthese hebt dringenden Bedarf zur Beschleunigung der CO2-Entnahme in Deutschland hervor

Meinung

Deutschland wird sein Klimaneutralitätsziel von 2045 ohne eine rasche Hochskalierung der CO2-Entnahme (CDR) nicht erreichen. Das ist die zentrale Schlussfolgerung der neu veröffentlichten Phase-1-Synthese des von der LMU koordinierten Forschungsprogramms CDRterra , unterstützt von Perspectives-Experte Dr. Malte Winkler.

Die am 9. Dezember 2025 veröffentlichte Analyse bündelt Erkenntnisse von mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus zehn Forschungsprojekten. Ihr Fazit ist eindeutig: Neben tiefen Emissionsreduzierungen muss Deutschland erhebliche Mengen CO₂ aus der Atmosphäre entnehmen , um unvermeidbare Restemissionen nach 2045 auszugleichen.

Landbasierte CO2-Entnahme kann helfen – wenn Hindernisse beseitigt werden

Die Teams bewerteten ein breites Portfolio landbasierter CDR-Optionen, von Aufforstung und Wiederaufforstung bis hin zu Agroforstwirtschaft und kohlenstoffbindenden Landwirtschaftspraktiken. Diese Methoden könnten bedeutende Beiträge leisten, stehen aber derzeit vor erheblichen rechtlichen und strukturellen Hürden , wie Landnutzungsbeschränkungen und begrenzter langfristiger Planungssicherheit für Landwirtinnen und Landwirte.

Neue Technologien entstehen, brauchen aber mehr Zeit

Das Programm untersuchte auch innovative Ansätze, darunter künstliche Photosynthese und CO₂-bindende Baumaterialien auf Basis von Mineralien, Biokohle oder biobasierten Kohlenstofffasern. Obwohl vielversprechend, erfordern diese Technologien noch weitere Entwicklung, bevor sie in großem Maßstab beitragen können.

Infrastruktur und gesellschaftliche Akzeptanz sind unerlässlich

Die Forschenden betonen, dass CO2-Entnahme nicht nur eine technische Herausforderung ist. Sie erfordert:

Infrastruktur für CO2-Transport und -Speicherung sowie

breites gesellschaftliches Engagement , einschließlich Landwirtinnen und Landwirte, Industrie, Kommunen und Öffentlichkeit.

Diese frühzeitige Einbeziehung ist entscheidend, um Akzeptanz und Vertrauen zu sichern, während CDR-Methoden hochskaliert werden.

Unser CDR-Experte Dr. Malte Winkler betont die Bedeutung einer fairen und inklusiven Politikgestaltung:

„ Eine faire und ethische CDR-Politik berücksichtigt Kriterien wie Effizienz, Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie faire Entscheidungs- und Beteiligungsprozesse. Sie verbindet politische Instrumente mit CDR-Technologien, bezieht relevante Gruppen ein und stellt kritische Fragen zur Machbarkeit und Wünschbarkeit verschiedener Maßnahmen .”

Eine klare Botschaft: Handeln muss jetzt beginnen

Laut CDRterra erfordert das Erreichen der Klimaneutralität grundlegende Veränderungen in Landnutzung und Landwirtschaft , gezielte Investitionen in Infrastruktur sowie klare politische Rahmenbedingungen, die in engem Dialog mit der Gesellschaft entwickelt werden. Nur dann können ökologische und soziale Konebeneffekte neben dem Klimaschutz realisiert werden.

Link zu Ressourcen:

Factsheet: „ Potenziale und Risiken der landbasierten CO₂-Entnahme in Deutschland: was wir jetzt wissen, und was zu tun ist ” (auf Deutsch)

Zusammenfassung der Ergebnisse (auf Deutsch)

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