Katalysierung privater und öffentlicher Klimaschutzmaßnahmen: Die Rolle der Weltbank in internationalen CO2-Märkten
Diese politische Analyse untersucht die Rolle der Weltbank bei der Gestaltung und Stimulierung internationaler CO2-Märkte. Unter Anwendung einer Public-Choice-Perspektive argumentieren wir, dass ihr Engagement als Reaktion auf das gemeinsame Ziel von Reputations- und Finanzvorteilen verstanden werden kann. Die detaillierte empirische Darstellung der Aktivitäten der Bank, von ihrer Pionierrolle durch den Prototype Carbon Fund Anfang der 2000er Jahre bis zu ihren Initiativen für eine skalierte Gutschriftenvergabe nach dem Pariser Abkommen von 2015, deckt sich weitgehend mit dieser Interpretation. Der Zeitraum zwischen 2005 und 2011 zeigt am deutlichsten, dass die Bank bereit war, einige Reputationsvorteile zugunsten finanzieller Vorteile aufzugeben. In dieser Zeit folgte sie einem florierenden, privat getriebenen CO2-Markt und konkurrierte dabei mit privaten Aktivitäten, anstatt sie zu katalysieren. Nachdem das Pariser Abkommen die Tür für eine neue Phase der CO2-Märkte geöffnet hatte, übernahm die Bank erneut eine Pionierrolle, diesmal mit Fokus auf den öffentlichen Sektor. Da die Transparenz bezüglich ihrer Aktivitäten jedoch begrenzt ist und damit das Reputationsrisiko sinkt, entsprechen diese Aktivitäten möglicherweise nicht den Qualitätsstandards, insbesondere hinsichtlich der Zusätzlichkeit, die Voraussetzung für die Wirksamkeit von CO2-Märkten als Instrument des Klimaschutzes sind.